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MOG Target High Abrasion Serie
Der perfekte Allround-Handschuh? 

Die Masters of Gloves Target High Abrasion Serie im Praxistest

Ob auf dem Schießstand, beim Dry Fire zu Hause, auf dem Enduro-Bike, beim Bushcraften oder im professionellen Einsatz – ein guter Handschuh gehört für viele zur Grundausstattung. Trotzdem standen wir immer wieder vor derselben Frage:

Braucht man für jede Aktivität einen anderen Handschuh oder gibt es einen echten Allrounder?

Dafür haben wir alle drei Modelle nicht nur kurz ausprobiert, sondern über mehrere Wochen so genutzt, wie wir unsere Ausrüstung auch im Alltag einsetzen: beim Schießen, beim Dry Fire, auf dem Enduro-Bike, beim Bushcraften mit Messer, Axt und Tarp sowie beim Filmen und Fotografieren von Ausrüstung – und das während einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad.

Uns ging es dabei nicht darum, einen Handschuh unter Laborbedingungen zu testen. Viel spannender war die Frage, wie er sich in ganz unterschiedlichen Situationen schlägt. Schließlich suchen die meisten keinen Handschuh ausschließlich fürs Schießen oder nur fürs Bushcraften, sondern ein Modell, das möglichst viele Aufgaben zuverlässig meistert.

Ob die MOG Target High Abrasion Serie diesem Anspruch gerecht wird und welche Unterschiede zwischen der Standard-, der ErgoShield- und der Trivium-Variante wirklich relevant sind, zeigen wir in diesem Praxistest.

Masters of Gloves – entwickelt für den professionellen Einsatz

Während Marken wie Mechanix Wear den meisten Outdoor- und Schießsportlern längst ein Begriff sind, taucht ein Name in den letzten Jahren immer häufiger bei professionellen Anwendern auf: Masters of Gloves (MOG).

Das Unternehmen entwickelt Handschuhe für Militär, Polizei, Rettungsdienste und anspruchsvolle Outdoor-Nutzer. Statt möglichst viele Modelle auf den Markt zu bringen, legt MOG den Fokus auf hochwertige Materialien, durchdachte Details und Handschuhe, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen funktionieren sollen.

Genau deshalb sind wir auf die Marke aufmerksam geworden. Denn wenn ein Hersteller verspricht, Schutz, Grip, Tragekomfort und Fingerfertigkeit in einem Handschuh zu vereinen, stellt sich automatisch die Frage:

Kann das wirklich funktionieren?

Für diesen Praxistest haben wir uns deshalb die Target High Abrasion Serie vorgenommen. Sie richtet sich an alle, die einen leichten taktischen Einsatzhandschuh für warme Temperaturen suchen – egal ob auf dem Schießstand, beim Bushcraften, auf dem Enduro-Bike oder im beruflichen Einsatz

Ob die drei Varianten diesem Anspruch gerecht werden und welche Unterschiede zwischen Standard, ErgoShield und Trivium wirklich relevant sind, wollten wir selbst herausfinden.

Die drei Modelle im Überblick – welcher MOG passt zu wem?

Für unseren Praxistest haben wir nicht nur einen Handschuh getragen, sondern gleich die komplette MOG Target High Abrasion Serie. Alle drei Modelle basieren auf derselben Grundidee: ein leichter, atmungsaktiver taktischer Einsatzhandschuh mit viel Grip, hoher Beweglichkeit und einem Tragegefühl, bei dem man nach kurzer Zeit fast vergisst, dass man überhaupt Handschuhe trägt.

Die Unterschiede liegen vielmehr im Einsatzzweck.

Der Target High Abrasion bildet die Basis der Serie und richtet sich an alle, die einen möglichst vielseitigen Handschuh für den Alltag, den Schießstand oder Outdoor-Aktivitäten suchen. Wer einfach einen hochwertigen Allround-Handschuh möchte, ist hier bereits sehr gut aufgehoben.

Der Target High Abrasion ErgoShield ergänzt dieses Konzept um zusätzliche Schutzelemente auf dem Handrücken. Gerade beim Fahren auf dem Enduro-Bike, bei Arbeiten im Wald oder überall dort, wo Äste, Dornen oder kleinere Schläge auf die Hände einwirken können, bietet diese Variante ein spürbares Plus an Schutz, ohne dabei klobig zu wirken.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt der Target High Abrasion Trivium. Hier bleiben Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen frei, wodurch Arbeiten mit besonders viel Fingerspitzengefühl deutlich leichter fallen. Wer häufig mit Kameraequipment arbeitet, feine Knoten bindet oder maximale Präzision beim Bedienen kleiner Gegenstände benötigt, wird diese Variante schnell zu schätzen wissen. Gleichzeitig bleiben die Handflächen und die übrigen Finger weiterhin geschützt.

Was uns besonders gefallen hat: Obwohl sich die Modelle in einigen Details unterscheiden, fühlen sie sich alle wie Teil derselben Produktfamilie an. Passform, Materialien und Verarbeitung sind auf einem konstant hohen Niveau, sodass man sich letztlich nicht zwischen einem guten und einem schlechten Handschuh entscheidet – sondern zwischen drei Varianten, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Natürlich wollten wir uns nicht auf technische Daten verlassen. Deshalb haben wir alle drei Modelle genau dort eingesetzt, wo sie später auch genutzt werden sollen: auf dem Schießstand, beim Dry Fire, auf dem Enduro-Bike und draußen im Wald.

Materialien und Verarbeitung – technische Daten sind das eine, die Praxis das andere

Natürlich wirbt MOG mit hochwertigen Materialien, 4-Wege-Stretch, Touchscreen-Kompatibilität oder besonders abriebfesten Handflächen. Die technischen Daten könnt ihr auf der Produktseite nachlesen. Spannender ist für uns aber die Frage, ob man diese Eigenschaften im Alltag tatsächlich bemerkt.

Bereits beim ersten Anziehen fällt die Passform auf. Wir haben die Handschuhe in den Größen M bis XL getragen und keiner von uns hatte Probleme mit Druckstellen, störenden Nähten oder einem unangenehmen Sitz. Die Handschuhe schmiegen sich angenehm an die Hand an, ohne dabei einzuengen. Gerade bei längeren Einsätzen ist das ein Punkt, den man oft erst dann wahrnimmt, wenn er eben nicht passt.

Ein großer Anteil daran dürfte das 4-Wege-Stretch-Material haben. Die Handschuhe machen jede Bewegung der Hand problemlos mit und fühlen sich dadurch deutlich natürlicher an als viele klassische Einsatz- oder Arbeitshandschuhe. Gerade beim Greifen, Nachladen oder Arbeiten mit Werkzeug hatten wir nie das Gefühl, gegen den Handschuh arbeiten zu müssen.

Auch die Verarbeitung hinterließ einen sehr guten Eindruck. Sämtliche Nähte waren sauber verarbeitet und selbst nach mehreren Wochen intensiver Nutzung konnten wir keine losen Fäden oder auffälligen Verschleißspuren feststellen. Gerade bei leichteren Sommerhandschuhen ist das keine Selbstverständlichkeit.

Ein kleines Detail, das uns im Alltag überraschend oft geholfen hat, ist die großzügig dimensionierte Sicherungsöse. Viele Hersteller verbauen hier lediglich kleine Stoffschlaufen, durch die man einen Karabiner nur mit etwas Geduld bekommt. MOG geht einen anderen Weg. Die stabile Öffnung lässt sich problemlos an einem Karabiner befestigen, sodass die Handschuhe schnell außen am Rucksack oder Gürtel transportiert werden können. Gerade beim Bushcraften oder auf längeren Touren war das deutlich praktischer, als die Handschuhe ständig in einer Tasche zu verstauen.

Auch die Touchscreen-Kompatibilität funktionierte zuverlässig. Natürlich kommt kein Handschuh an das Gefühl eines nackten Fingers heran. Trotzdem konnten wir Smartphones und Kameraequipment problemlos bedienen. Wer regelmäßig fotografiert oder filmt, wird mit der Trivium-Variante durch die freien Fingerspitzen noch etwas komfortabler arbeiten können. Für alltägliche Bedienungen reichten allerdings auch die geschlossenen Modelle vollkommen aus.

Nach diesem ersten Eindruck waren wir ehrlich gespannt, ob sich diese positiven Eigenschaften auch in der Praxis bestätigen würden. Also ging es dorthin, wo ein taktischer Handschuh überzeugen muss: auf den Schießstand.

Schießstand & Dry Fire – warum uns die Handschuhe am meisten überrascht haben

Ehrlich gesagt waren wir vor dem Schießstand am skeptischsten.

Bislang haben wir auf der Range fast ausschließlich ohne Handschuhe geschossen. Der Gedanke dahinter war einfach: mehr Gefühl am Abzug, mehr Kontrolle über die Waffe und weniger Material zwischen Hand und Griffstück. Genau deshalb hatten wir die Sorge, dass sich ein Handschuh eher wie ein Kompromiss anfühlen würde.

Umso gespannter waren wir, als wir die MOG Target High Abrasion Serie zum ersten Mal auf der Range getragen haben.

Geschossen wurde mit einer Glock Gen5 und der neuen Glock Gen6. Jeder von uns absolvierte rund 150 Schuss, ergänzt durch Dry-Fire-Einheiten, Ziehen aus dem Holster, Reload-Drills und das Nachladen der Magazine. Dazu kamen Temperaturen von deutlich über 30 Grad – Bedingungen, bei denen verschwitzte Hände schnell zum Thema werden.

Schon nach den ersten Magazinen passierte etwas, womit wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten.

Wir haben vergessen, dass wir überhaupt Handschuhe tragen.

Genau das ist wahrscheinlich das größte Kompliment, das man einem taktischen Einsatzhandschuh machen kann. Weder das Abzugsgefühl noch die Bedienung der Waffe fühlten sich eingeschränkt an. Im Gegenteil: Die Handschuhe saßen so natürlich an der Hand, dass sie nach kurzer Zeit kaum noch auffielen.

Natürlich wollten wir auch wissen, ob die Target High Abrasion Trivium mit ihren freien Fingerspitzen beim Schießen einen echten Vorteil bietet. Rein theoretisch liegt der Finger dadurch direkt auf dem Abzug, wodurch das Abzugsgefühl noch etwas unmittelbarer wirkt. Tatsächlich konnten wir diesen Unterschied auch wahrnehmen.

Überrascht hat uns allerdings, wie klein der Abstand zu den beiden geschlossenen Varianten war. Auch der klassische Target High Abrasion und der Target High Abrasion ErgoShield bieten ein so gutes Tastgefühl, dass wir beim Schießen keinerlei Einschränkungen feststellen konnten.

Wer ausschließlich einen Handschuh für den Schießstand sucht, muss aus unserer Sicht deshalb nicht automatisch zur Trivium greifen. Die geschlossenen Modelle liefern ebenfalls ein hervorragendes Gefühl für Waffe und Abzug. Die Trivium sehen wir eher dort im Vorteil, wo neben dem Schießen regelmäßig feinmotorische Arbeiten anfallen – beispielsweise beim Filmen, Fotografieren, Kartenlesen oder beim Binden von Knoten im Gelände. Dort sind die freien Fingerspitzen ein echter Mehrwert.

Besonders positiv fiel uns außerdem der Grip auf. Gerade bei sommerlichen Temperaturen blieb die Waffe jederzeit sicher in der Hand. Während manche Schützen bei großer Hitze auf Flüssigkreide oder ähnliche Hilfsmittel setzen, hatten wir mit den MOG-Handschuhen jederzeit genügend Halt. Das sorgte nicht nur für ein angenehmeres Schussgefühl, sondern gab uns auch bei schnellen Schussfolgen und dynamischen Reloads zusätzliche Sicherheit.

Auch Manipulationen an der Waffe funktionierten problemlos. Press Checks, Magazinwechsel oder das Nachladen der Magazine ließen sich sauber und präzise ausführen, ohne gegen den Handschuh arbeiten zu müssen. Genau hier merkt man, wie gut Passform, Material und Beweglichkeit zusammenspielen.

Ein weiterer Vorteil zeigte sich dort, woran man vorher kaum denkt: heiße Hülsen, ein warmer Verschluss oder aufgeheizte Metallteile an der Waffe verlieren mit Handschuhen schnell ihren Schrecken. Gerade bei längeren Trainingseinheiten oder intensiven Drills war das ein angenehmer Nebeneffekt.

Nach mehreren Trainingseinheiten stand für uns deshalb fest: "Train how you fight" ist mehr als nur ein Spruch. Wer später mit Handschuhen arbeitet oder sie im professionellen Einsatz trägt, sollte auch regelmäßig damit trainieren. Mit der MOG Target High Abrasion Serie hatten wir dabei nie das Gefühl, Kompromisse eingehen zu müssen. Im Gegenteil – gerade bei hohen Temperaturen wurde das Schießen für uns sogar angenehmer.

Auf dem Enduro-Bike – Grip, Schutz und auch nach Stunden noch angenehm

Nach dem Schießstand ging es für uns direkt in den nächsten Praxistest: aufs Enduro-Bike.

Hier werden Handschuhe ganz anders belastet. Statt feiner Bewegungen am Abzug geht es um dauerhaften Grip am Lenker, Erschütterungen, Schweiß und den ständigen Kontakt mit Ästen, Dornen oder Gestrüpp. Genau hier zeigt sich oft, ob ein Handschuh wirklich vielseitig ist oder nur für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt wurde.

Auch auf längeren Touren saßen die Handschuhe jederzeit angenehm. Selbst bei sommerlichen Temperaturen mit über 30 Grad wurden die Hände zwar warm – was sich bei solchen Bedingungen kaum vermeiden lässt –, wir hatten aber nie das Gefühl, dass sich Hitze oder Schweiß unangenehm stauen. Das atmungsaktive Material machte sich hier deutlich bemerkbar.

Besonders überzeugt hat uns erneut der Grip. Egal ob auf trockenem Untergrund, in engen Kurven oder auf ruppigen Waldwegen – die Hände blieben sicher am Lenker, ohne dass man stärker zugreifen musste. Gerade auf längeren Fahrten merkt man schnell, wie angenehm es ist, wenn der Handschuh zuverlässig arbeitet und man sich darüber keine Gedanken machen muss.

Während der Touren kamen wir außerdem immer wieder mit Ästen, Brombeerranken oder dichtem Gestrüpp in Kontakt. Hier spielte vor allem der Target High Abrasion ErgoShield seine Stärken aus. Die zusätzlichen Schutzelemente auf dem Handrücken gaben ein spürbares Plus an Sicherheit, wenn man versehentlich gegen Äste oder andere Hindernisse kam. Das machte den Handschuh zwar nicht unhandlich, vermittelte aber ein deutlich robusteres Gefühl als die Standardvariante.

Genau deshalb würden wir die Modelle auch unterschiedlich einsetzen. Für den Schießstand oder den Alltag greifen wir vermutlich meist zum klassischen Target High Abrasion. Sobald jedoch regelmäßig Fahrten durchs Gelände, Arbeiten im Wald oder andere Aktivitäten anstehen, bei denen die Hände häufiger mit Hindernissen in Kontakt kommen, würden wir persönlich den ErgoShield bevorzugen.

Was uns besonders gefallen hat: Trotz der zusätzlichen Protektoren blieb die Beweglichkeit der Hand nahezu vollständig erhalten. Wir konnten problemlos bremsen, kuppeln, Werkzeuge benutzen oder den Rucksack öffnen, ohne den Handschuh ausziehen zu müssen. Genau hier zeigt sich für uns der Unterschied zwischen einem Handschuh, der nur schützt, und einem Handschuh, den man den ganzen Tag tragen möchte.

Nach mehreren Touren war deshalb klar: Die Target High Abrasion Serie funktioniert nicht nur auf dem Schießstand. Auch auf dem Enduro-Bike konnte sie überzeugen – der ErgoShield setzte sich in diesem Einsatzbereich für uns allerdings leicht von den beiden anderen Varianten ab.

Bushcraft & Outdoor – hier zeigen sich die Unterschiede

Nach Schießstand und Enduro-Bike wollten wir wissen, wie sich die MOG Target High Abrasion Serie bei klassischen Outdoor-Aktivitäten schlägt. Gerade hier treffen oft ganz unterschiedliche Anforderungen aufeinander: Mal braucht man Kraft beim Holzhacken, kurz darauf Fingerspitzengefühl beim Schnitzen oder Knoten binden.

Für unseren Praxistest nahmen wir die Handschuhe mit auf einen Bushcraft-Overnighter. Auf dem Programm standen unter anderem Holz machen mit Messer und Axt, der Aufbau unseres Tarps, Arbeiten mit Paracord, der Einsatz eines Wasserfilters sowie die typischen kleinen Handgriffe, die draußen ständig anfallen.

Gerade beim Arbeiten mit Werkzeug fiel erneut die gute Passform auf. Egal ob beim Schnitzen mit dem Messer oder beim Hacken von Anzündholz – der Handschuh verrutschte nicht und vermittelte jederzeit ein sicheres Gefühl. Gleichzeitig blieb genügend Beweglichkeit erhalten, sodass auch feinere Arbeiten problemlos möglich waren.

Wer häufiger im Wald unterwegs ist oder regelmäßig Brennholz vorbereitet, wird den Target High Abrasion ErgoShield schnell zu schätzen wissen. Die zusätzlichen Protektoren auf dem Handrücken gaben uns ein gutes Gefühl, wenn man durch dichtes Gestrüpp greift oder beim Arbeiten mit Holz und Ästen doch einmal irgendwo anstößt. Man merkt den zusätzlichen Schutz, ohne dass der Handschuh dadurch klobig wirkt.

Bei den feineren Arbeiten spielte dagegen der Target High Abrasion Trivium seine Stärken aus. Das Binden von Knoten, das Nachspannen des Tarps oder das Hantieren mit kleinen Karabinern und Verschlüssen funktionierte mit den freien Fingerspitzen einfach etwas intuitiver. Gerade wenn man zwischendurch immer wieder zwischen groben und filigranen Arbeiten wechselt, ist das ein echter Vorteil.

Am Ende des Tages griffen wir allerdings erstaunlich oft zum klassischen Target High Abrasion. Nicht, weil er in einer einzelnen Disziplin der Beste wäre, sondern weil er von allem etwas kann. Genau das machte ihn für uns zum unkompliziertesten Begleiter für einen Tag draußen.

Ein kleines Detail, das uns ebenfalls positiv auffiel, war die großzügige Sicherungsöse. Während wir die Handschuhe zwischendurch nicht benötigten, konnten wir sie einfach mit einem Karabiner außen am Rucksack befestigen. Das klingt unscheinbar, erwies sich unterwegs aber als erstaunlich praktisch.

Nach diesem Outdoor-Test wurde für uns das Bild der drei Modelle immer klarer: Der Target High Abrasion ist für uns der vielseitigste Allrounder, der ErgoShield bietet die größten Reserven, wenn es etwas robuster wird, und der Trivium ist immer dann im Vorteil, wenn maximale Fingerfertigkeit gefragt ist.

Kamera, Smartphone & professioneller Alltag – wenn der Handschuh den ganzen Tag getragen wird

Nicht jeder Einsatz findet auf dem Schießstand oder im Wald statt. Gerade für professionelle Anwender wie Polizei, Bundeswehr, Sicherheitsdienste oder das Ordnungsamt besteht der Alltag oft aus vielen kleinen Handgriffen. Das Bedienen von Smartphones, Funkgeräten, Tablets oder Bordcomputern gehört inzwischen genauso dazu wie das Fahren eines Einsatzfahrzeugs, das Schreiben von Notizen oder das Kontrollieren von Dokumenten.

Genau deshalb haben wir die MOG-Handschuhe auch bewusst bei alltäglichen Tätigkeiten getragen. Vom Fotografieren und Filmen unserer Ausrüstung über die Bedienung des Smartphones bis hin zum Packen des Rucksacks oder längeren Autofahrten wollten wir wissen, ob die Handschuhe im Alltag irgendwann störend werden.

Die Touchscreen-Funktion funktionierte dabei zuverlässig. Nachrichten beantworten, Karten aufrufen oder schnell Informationen nachschlagen war mit allen drei Modellen problemlos möglich. Natürlich ersetzt das nicht das Gefühl eines nackten Fingers, für die meisten alltäglichen Bedienungen mussten wir die Handschuhe jedoch nicht ausziehen.

Wer regelmäßig mit Kameraequipment arbeitet oder häufig Fotos und Videos dokumentiert, wird die Trivium-Variante besonders schätzen. Durch die freien Fingerspitzen lassen sich Kameratasten, kleine Einstellräder oder Touchscreens noch präziser bedienen.

Für viele professionelle Anwender dürfte allerdings etwas anderes entscheidender sein: Die Handschuhe fallen im Alltag kaum auf. Egal ob beim Autofahren, beim Bedienen elektronischer Geräte oder bei den vielen kleinen Tätigkeiten zwischen zwei Einsätzen – wir hatten nur selten das Bedürfnis, sie auszuziehen. Genau das wünschen sich viele Einsatzkräfte: Einen Handschuh, den man morgens anzieht und nicht bei jeder Kleinigkeit wieder ausziehen muss.

Und genau darin sehen wir eine der größten Stärken der Target High Abrasion Serie. Sie ist nicht nur für einzelne Aufgaben entwickelt, sondern eignet sich auch für lange Tage, an denen ständig zwischen körperlicher Arbeit, Fahrzeug, Dokumentation und elektronischen Geräten gewechselt wird.

Mechanix oder Masters of Gloves – welcher Handschuh ist die bessere Wahl?

Wer sich mit taktischen Handschuhen beschäftigt, landet früher oder später fast zwangsläufig bei Mechanix Wear. Seit Jahren gehören sie zu den bekanntesten Handschuhen auf Schießständen, bei Outdoor-Enthusiasten und auch bei vielen professionellen Anwendern. Deshalb wollten wir natürlich wissen, wie sich die MOG Target High Abrasion Serie im direkten Vergleich schlägt.

Vorweg: Einen klaren Sieger gibt es aus unserer Sicht nicht.

Beide Hersteller bauen hochwertige Handschuhe und beide verfolgen dabei eine etwas unterschiedliche Philosophie. Mechanix setzt – je nach Modell – häufig auf etwas mehr Schutz und eine robustere Haptik. Die MOG Target High Abrasion Serie legt unseren Eindruck nach den Fokus stärker auf Beweglichkeit, Passform und ein möglichst natürliches Tragegefühl.

Gerade beim Schießen fiel uns dieser Unterschied auf. Die MOG-Handschuhe schmiegen sich sehr eng an die Hand an und vermitteln ein direktes Gefühl für Waffe und Bedienelemente. Das bedeutet nicht, dass Mechanix hier schlecht wäre – vielmehr fühlten sich die MOG für uns einfach etwas präziser an.

Auch bei längeren Einsätzen empfanden wir den Tragekomfort als sehr hoch. Während manche Handschuhe nach einigen Stunden bewusst wahrgenommen werden, gerieten die MOG bei uns häufig in den Hintergrund. Genau das erwarten wir von einem Handschuh, den man über viele Stunden hinweg trägt.

Ein weiterer Punkt ist die Modellvielfalt innerhalb der Target High Abrasion Serie. Mit dem Standardmodell, dem ErgoShield und dem Trivium deckt MOG unterschiedliche Anforderungen ab, ohne dass sich die Handschuhe komplett unterschiedlich anfühlen. Wer sich einmal an die Passform gewöhnt hat, kann je nach Einsatzzweck unkompliziert zwischen den Varianten wechseln.

Letztlich hängt die Entscheidung weniger vom Logo auf dem Handschuh als vom eigenen Einsatzbereich ab. Wer bereits mit Mechanix zufrieden ist, macht damit sicherlich nichts falsch. Wer jedoch besonderen Wert auf Fingerfertigkeit, hohen Tragekomfort und ein möglichst natürliches Handling legt, sollte sich die Target High Abrasion Serie definitiv genauer ansehen.

Fazit – ist die MOG Target High Abrasion Serie der perfekte Allround-Handschuh?

Besonders überzeugt haben uns die hervorragende Passform, das direkte Tastgefühl, der hohe Tragekomfort und die Vielseitigkeit. Während viele Handschuhe entweder sehr robust oder besonders feinfühlig sind, schafft MOG aus unserer Sicht einen gelungenen Kompromiss zwischen Schutz und Fingerfertigkeit.

Welches Modell wir empfehlen würden, hängt letztlich vom Einsatzbereich ab:

Target High Abrasion: Unsere Empfehlung für die meisten Nutzer. Egal ob Schießstand, Outdoor, Bushcraft oder Alltag – dieser Handschuh deckt nahezu alles ab und wäre unsere erste Wahl, wenn wir nur ein Modell besitzen dürften.

Target High Abrasion ErgoShield: Ideal für alle, die häufiger im Gelände unterwegs sind, mit Werkzeug arbeiten oder zusätzlichen Schutz auf dem Handrücken wünschen, ohne auf Beweglichkeit verzichten zu müssen. Der zusätzliche Schutz bringt allerdings auch einen kleinen Kompromiss mit sich: Durch die Protektoren trägt der Handschuh etwas stärker auf, ist an heißen Tagen minimal weniger atmungsaktiv und lässt sich nicht ganz so kompakt verstauen wie das Standardmodell.

Target High Abrasion Trivium: Die richtige Wahl für Anwender, die regelmäßig feinmotorische Arbeiten erledigen – beispielsweise beim Filmen, Fotografieren, Dokumentieren oder überall dort, wo freie Fingerspitzen den entscheidenden Unterschied machen. Auch auf dem Schießstand sorgt die offene Fingerkonstruktion für ein noch direkteres Gefühl am Abzug. Dafür verzichtet man natürlich auf Schutz an genau diesen Fingerspitzen – ein Kompromiss, den man je nach Einsatzbereich bewusst eingehen sollte.

Unser ursprünglicher Plan war es, herauszufinden, ob es den einen Handschuh gibt, den man morgens anzieht und erst abends wieder auszieht. Nach unserem Test würden wir sagen: Die Target High Abrasion Serie kommt diesem Anspruch sehr nahe.

Wer bereits hochwertige taktische Handschuhe besitzt, muss sie deshalb nicht sofort ersetzen. Wer allerdings auf der Suche nach einem modernen, vielseitigen Handschuh ist oder einfach einmal über den bekannten Tellerrand hinausblicken möchte, sollte die MOG Target High Abrasion Serie definitiv in die engere Auswahl nehmen.

Unser Favorit? Ganz klar der Target High Abrasion. Nicht weil er alles perfekt kann, sondern weil er die beste Balance aus Schutz, Fingerfertigkeit, Tragekomfort und Packmaß bietet. Während der ErgoShield bewusst etwas mehr Schutz auf Kosten von Gewicht und Volumen mitbringt und die Trivium maximale Fingerfertigkeit gegen etwas Schutz eintauscht, leistet sich der klassische Target High Abrasion in keiner Disziplin echte Schwächen. Und genau das macht für uns einen echten Allround-Handschuh aus.

Ein Handschuh beweist seinen Wert nicht im Datenblatt, sondern dann, wenn man nach einem langen Tag feststellt, dass man ihn die meiste Zeit gar nicht bewusst wahrgenommen hat. Genau dieses Gefühl hatten wir mit der MOG Target High Abrasion Serie. Für uns ist das wahrscheinlich das größte Kompliment, das man einem Allround-Handschuh machen kann.

Du suchst noch den passenden Battle Belt für dein Setup? Dann wirf auch einen Blick auf unseren Praxistest zum Blackfolium Stratos Belt. Dort zeigen wir, warum ein durchdachter Range Belt genauso wichtig ist wie ein guter Handschuh – und wie sich beide perfekt ergänzen.